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Bericht: Pop-up-Radwege produzieren nicht automatisch Autostaus

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Die Wegnahme von Fahrspuren für Autos führt nicht automatisch zu mehr Staus. Das ist das Ergebnis einer Analyse von umfangreichen Daten des Navigationsanbieters TomTom durch ein Team des “Spiegel”. Um mehr Platz für Fahrräder zu schaffen, wandeln Städte immer öfter normale Fahrspuren in Radwege um.

Seit Beginn der Corona-Pandemie geschieht dies vielerorts auch temporär – als sogenannter Pop-up-Radweg wie etwa in Berlin. Der Abschnitt parallel zur U-Bahn-Linie 1 vom Halleschen Tor bis zum Kottbusser Tor sorgte für eine Verlagerung des Autoverkehrs. Relativ zum Gesamtverkehr in Berlin ging der Autoverkehr in diesem Bereich um 10 bis 40 Prozent zurück. Die TomTom-Daten zeigen, dass viele Autofahrer auf parallele Straßen auswichen. Dort nahm der Verkehr um 10 bis 20 Prozent zu – ohne dass es zu zusätzlichen Staus kam. Ähnlich ist die Situation bei einem Radwegprojekt in München. In der ursprünglich vierspurigen Kapuzinerstraße wurde ab 2013 jeweils eine Autospur zur Radspur umgebaut. Die TomTom-Daten zeigen, dass der Verkehr in der Kapuzinerstraße im Jahr 2019 tatsächlich etwas langsamer floss als 2012, was so jedoch in ganz München zu beobachten war. Der Verkehrsforscher Felix Creutzig vom Mercator Institut für globale Gemeinschaftsgüter empfiehlt Städten den Bau neuer breiter Radwege, um dem Verkehrsinfarkt vorzubeugen. “Wenn Fahrradfahrer eine eigene Spur haben, reduziert das den Verkehrsfluss der Autofahrer nicht im Geringsten”, sagte Creutzig dem “Spiegel”. Fünf Prozent weniger Autoverkehr reduziere die Anzahl der Staus beträchtlich. (dts Nachrichtenagentur)

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