Blaulicht

Frauenanteil in Polizeiausbildung bleibt niedrig

Trotz insgesamt gestiegener Ausbildungszahlen bei der Bundespolizei liegt der Frauenanteil bei unter einem Drittel. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, über welche die „Rheinische Post“ (Donnerstagsausgabe) berichtet. Demnach haben in diesem Jahr bis Anfang Oktober insgesamt 2.369 Personen ihre Ausbildung für den Mittleren Dienst bei der Bundespolizei begonnen.

Nur 576 davon sind weiblich. Zuletzt war die Zahl der Auszubildenden kontinuierlich gestiegen. 1.854 Anwärter gab es 2016, im vergangenen Jahr waren es 2.264, in diesem Jahr noch einmal 100 mehr. Zu keinem Zeitpunkt überschritt jedoch der Frauenanteil die Ein-Drittel-Marke. Aus Sicht von Irene Mihalic, innenpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, ist das nicht akzeptabel. „Auch bei der Ausbildung sind Frauen bei den Polizeien des Bundes noch unterrepräsentiert“, sagte Mihalic. In weiten Teilen handle es sich um Männerdomänen. „Das entspricht nicht dem Querschnitt der Gesellschaft, den die Polizei anstrebt“, sagte Mihalic. Auch die Frauenvorsitzende der Bundespolizei in der Gewerkschaft der Polizei, Erika Krause-Schöne, mahnt Nachbesserungen an. „Der Anteil weiblicher Auszubildenden ist noch viel zu niedrig.“ Die Bundespolizei müsse attraktiver für junge Frauen werden. „Dazu gehört, dass das Bundesinnenministerium eine anteilige Kostenübernahme der Kinderbetreuung gewährt, wenn eine junge Polizistin kurzfristig zu einem Sondereinsatz oder zu einer Übung verreisen muss“, sagte Krause-Schöne. Außerdem bräuchten die Auszubildenden mehr Planungssicherheit. „Es kann nicht sein, dass sie oft erst wenige Wochen vor Ausbildungsende erfahren, wo im Bundesgebiet sie eingesetzt werden“, sagte sie. (dts Nachrichtenagentur)

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