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Jeder Dritte mit Zustand der Demokratie unzufrieden

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30 Jahre nach der Wiedervereinigung blickt eine Mehrheit der Bürger positiv auf die politischen Strukturen in Deutschland. Das hat eine Umfrage von Infratest für den ARD-“Deutschlandtrend” im Auftrag der Tagesthemen am Montag und Dienstag dieser Woche ergeben. 64 Prozent sind demnach mit der Art und Weise, wie die Demokratie in Deutschland funktioniert, sehr zufrieden bzw. zufrieden.

Ein Drittel hingegen (35 Prozent) ist damit weniger bzw. gar nicht zufrieden. In den westdeutschen Bundesländern sind zwei Drittel (68 Prozent) mit dem Zustand der Demokratie sehr zufrieden bzw. zufrieden, 31 Prozent sind damit weniger bzw. gar nicht zufrieden. In den ostdeutschen Bundesländern ist die eine Hälfte (50 Prozent) mit dem Funktionieren der Demokratie sehr zufrieden bzw. zufrieden, die andere Hälfte (49 Prozent) ist damit weniger bzw. gar nicht zufrieden. Der ARD-“Deutschlandtrend” hat die Frage nach der Demokratiezufriedenheit seit 1998 mehrfach gestellt. Dabei war jeweils eine höhere Zufriedenheit in den west- als in den ostdeutschen Bundesländern festzustellen. Im Vergleich zur bislang letzten Befragung im März 2019 ist die Zufriedenheit im Westen unverändert; bei den Menschen im Osten ist sie um 3 Prozentpunkte zurückgegangen. Den heutigen Zustand der Meinungsfreiheit bewertet eine Mehrheit der Menschen in West- wie Ostdeutschland im historischen Vergleich positiv: 85 Prozent der Westdeutschen sagen, bei der Meinungsfreiheit ist die Situation im heutigen Deutschland besser als in der DDR. Unter den Ostdeutschen sagen das zwei Drittel (68 Prozent); jeder fünfte Ostdeutsche (19 Prozent) hingegen sagt, der Zustand der Meinungsfreiheit sei in der DDR besser gewesen. Das Gesundheitssystem sehen 69 Prozent der Westdeutschen und 56 Prozent der Ostdeutschen im Vergleich zur DDR positiv. In beiden Gruppen hat sich die Bewertung im Vergleich zu November 2019, also vor der Corona-Pandemie verbessert – um 10 bzw. 9 Prozentpunkte. Unterschiedliche Meinungen gibt es über das Schulsystem: Bei den Westdeutschen sagt knapp die Hälfte (47 Prozent), es sei heute besser als in der DDR; 23 Prozent meinen, es sei in der DDR besser gewesen. Unter den Ostdeutschen findet eine Mehrheit (54 Prozent), das Schulsystem sei in der DDR besser gewesen; 29 Prozent finden es im Vergleich heute besser. Auch zur frühkindlichen Betreuung gibt es unterschiedliche Bewertungen: Unter den Westdeutschen sagen 37 Prozent, sie sei heute besser; 35 Prozent meinen, die Situation sei in der DDR besser gewesen. Bei den Ostdeutschen sagt jeder Zweite (51 Prozent) die frühkindliche Betreuung sei in der DDR besser gelaufen; 27 Prozent meinen, die Situation sei heute besser. Was den sozialen Zusammenhalt angeht, sagt auch eine relative Mehrheit der Westdeutschen (42 Prozent), die Situation sei in der DDR besser gewesen; 36 Prozent finden, der soziale Zusammenhalt sei im heutigen Deutschland größer. Bei den Ostdeutschen sagen drei Viertel (74 Prozent), der soziale Zusammenhalt sei in der DDR größer gewesen. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung fühlen sich etwas mehr als die Hälfte der Menschen in Ostdeutschland (55 Prozent) eher als Deutsche; vier von zehn (41 Prozent) indes fühlen sich eher als Ostdeutsche. In den westdeutschen Bundesländern fühlt sich jeder Sechste (16 Prozent) eher als Westdeutscher; 78 Prozent dagegen fühlen sich eher als Deutsche. Für die Erhebung waren 1.001 Personen am 28. und 29. September befragt worden. (dts Nachrichtenagentur)

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