Medien / Kultur, Vermischtes

Moritz Bleibtreu kritisiert Gewaltvideos im Internet

Der Schauspieler Moritz Bleibtreu hat Gewaltvideos und andere Auswüchse des Internets scharf kritisiert. „Schafft das Internet ab! Dafür würde ich sogar auf die Straße gehen. Sofort! Ich brauche das nicht“, sagte Bleibtreu der „Welt am Sonntag“.

Er glaube, das sei die größte Büchse der Pandora, die die Menschheit bisher geöffnet hat. „Ich würde es gerne wieder loswerden.“ Bleibtreu warnte vor allem vor Gewaltvideos, die im Internet auf Seiten wie Youtube offen zugänglich sind: „Wir reden sehr viel über fiktive Gewalt in Filmen – und nicht über die reale Gewalt, die Kinder und Jugendliche täglich im Netz konsumieren, diese Gewaltvideos auf Youtube und überall im Internet. Die finde ich wirklich schlimm“, sagte er der Zeitung. Bleibtreu, der inzwischen seit mehr als zwanzig Jahren vor der Kamera steht, ist zur Zeit in dem Thriller „Abgeschnitten“ zu sehen, der in dieser Woche in den Kinos angelaufen ist. Er spielt darin die Hauptrolle eines Pathologen, der um das Leben seiner Tochter fürchten muss. Bleibtreu sagte, er sei froh, dass ihm inzwischen immer häufiger erwachsene Rollen angeboten würden, für die er sich immer mehr interessiert habe – „Dass da noch einmal eine Tür aufgeht zu einem anderen Rollenfach, da sind wir Männer schon beschenkt.“ In diesem Jahr war Bleibtreu bereits in dem Gangsterdrama „Nur Gott kann mich richten“ zu sehen – und betätigte sich selbst als Filmproduzent des Dramas „Familiye“, das ebenfalls im kriminellen Migrantenmilieu spielt. Es wäre Zeit geworden, diese Geschichten zu erzählen, sagte er der „Welt am Sonntag“: „Klar, man kann da sicher im Einzelnen diskutieren, was das für Inhalte sind. Aber gerade, wenn wir immer über Integration sprechen – es ist wichtig, dass wir endlich Geschichten für diese Menschen anbieten. In denen sie sich auch wiederfinden, in denen aus ihrer Sicht erzählt wird und es keine Draufsicht auf ein Milieu ist aus der Sicht einer bürgerlichen Schicht.“ Er betonte allerdings auch, dass er sich davor „hüte, Filme zu politisieren“. „Sie werden damit zum Buhmann, zur Antwort auf Fragen, auf die man keine Antworten findet. Sind Filme, ist Musik schuld daran, wenn an Schulen rumgeballert wird? Die Probleme liegen doch woanders, die liegen in den Familien, in der Schicht, darin, dass die Leute Bedürfnisse haben, die nicht erfüllt werden.“ (dts Nachrichtenagentur)

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