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Ramelow: Ossis sind oft kleinlauter

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Anlässlich des 30. Jahrestages der Wiedervereinigung hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sich dafür ausgesprochen, dass die Menschen in Ostdeutschland mit mehr Selbstbewusstsein agieren sollten. “Ich finde, sie könnten lauter, kraftvoller und selbstbewusster sein”, sagte Ramelow der “Welt” (Freitagausgabe). “Wenn ein Wessi einen Raum betritt, beansprucht er den oft automatisch für sich. Ossis sind oft noch kleinlauter.”

Anstatt des 3. Oktober hätte er sich den 9. November als Gedenk- und Feiertag gewünscht. “Es gibt keinen ambivalenteren Tag in der deutschen Geschichte.” Ramelow wurde als Westdeutscher im Februar 1990 als Gewerkschafter in den Osten geschickt. Für ihn selbst sei das “vor allem eine Chance” gewesen. “Ich bin ein Übersetzer. Ich habe gelernt, zuzuhören und mich in beiden Welten zu bewegen”, so der Linke-Politiker über seine heutige Rolle. Die Erfahrungen in der Zeit nach der Wende hätten ihn “völlig verändert”. “Viele Menschen haben sich damals trotz großer Widrigkeiten und Knüppeln zwischen den Beinen selbstständig gemacht. Das sind die Heldengeschichten der Wende.” Nach seiner Wahl zum Ministerpräsidenten 2014 hätten viele genau beobachtet, ob er “in ideologische Muster verfalle”. “Aber meine Lebenszeit ist zu kurz, um mich mit ideologischem Müll rumzuschlagen”, sagte Ramelow, der auch die Zusammenarbeit mit den anderen ostdeutschen Ministerpräsidenten in den vergangenen sechs Jahren lobte. “Das Parteibuch hat keine Rolle gespielt. Es ging immer darum, sich über Probleme zu verständigen, wenn die Länder für die Lösung allein zu klein waren.” (dts Nachrichtenagentur)

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