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Varieté-Branche benötigt zeitliche Perspektive für Wiedereröffnung

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Seit Mitte der 1980er Jahre gibt es in Deutschland wieder private Varieté-Theater, die sich mit ihren artistisch-musikalischen Programmen im gehobenen Ambiente und bei gastronomischer Versorgung zunehmender Beliebtheit erfreuen. Das GOP Bonn ist das jüngste von deutschlandweit insgesamt sieben GOP Varieté-Theatern. Unter dem Dach des 1992 gegründeten Familienunternehmens bestehen neben Bonn Theater in Hannover, Essen, Bad Oeynhausen, Münster, München und Bremen.

Alle Spielstätten wurden per Erlass zusammen mit den Kinos, Opernhäusern und Schauspielbühnen im März geschlossen. Zwar reduzierten die Betreiber daraufhin ihre vertraglichen Verpflichtungen, doch die enormen laufenden Kosten greifen die Rücklagen an. Als privates Unternehmen erhalten die GOP Varieté-Theater bislang keine öffentlichen Kulturfördermittel und aufgrund der Größenbeschränkungen auch keine Zuschüsse im Zuge der Corona-Hilfspakete. Die GOP Entertainment-Group mit bundesweit über 1.000 Mitarbeitern befürchtet, nun mit den öffentlich finanzierten Stadt- und Landestheatern oder der Gastronomie in einen Topf geworfen zu werden.

Dabei gibt es erhebliche Unterschiede: Die Varieté-Theater bieten gegenüber der Gastronomie den Vorteil, dass die Gäste an festdefinierten Plätzen sitzen und über die im Vorfeld online oder telefonisch gebuchten Karten auch bekannt ist, wer dort sitzt. Zudem sitzen die Gäste, anders als in den klassischen Theatern, an Tischen und nicht eng nebeneinander in Reihen. „Die geforderten Abstände und Einhaltung der Hygiene-Vorgaben könnten somit ohne großen Aufwand umgesetzt werden“, so Kevin Grote, Geschäftsführer GOP Bonn. Zudem wurde bereits ein Konzept erarbeitet, welche zusätzlichen Maßnahmen zum Infektionsschutz in den GOP Varieté-Theatern ergriffen werden.

Dafür aber braucht die Varietéwelt eine zeitliche Perspektive für eine Wiedereröffnung! „Im Vergleich zur Gastronomie, die binnen kurzer Zeit den operativen Betrieb wieder hochfahren kann, benötigen wir eine Vorlaufzeit von mindestens vier Wochen, um Künstler an die Standorte zu holen, zu proben und die entsprechenden Kartenverkäufe zu generieren“, erklärt Grote.

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