Ein Bonner Ägyptologe hat eine rund 5.000 Jahre alte Felsinschrift auf der Sinai-Halbinsel als frühen Beleg für ägyptische Kolonialherrschaft interpretiert. Ludwig Morenz von der Universität Bonn teilte mit, die Darstellung eines siegreichen Ägypters über einen knienden, verwundeten Einheimischen zeige auf erschreckende Weise die Unterwerfung der lokalen Bevölkerung.
Die Inschrift wurde in Wadi Khamila von einem Inspektor des ägyptischen Antikenministeriums entdeckt.
Die Inschrift gehöre zu den ältesten bekannten Darstellungen einer Tötungsszene mit Beischrift, so Morenz. Die Ägypter seien damals auf der Suche nach Rohstoffen wie Kupfer und Türkis in die Region vorgedrungen und hätten sie kolonialisiert. Der Fundort Wadi Khamila war der Forschung zuvor nur durch etwa 3.000 Jahre jüngere nabatäische Inschriften bekannt.
Die Datierung solcher Felsbilder sei eine Herausforderung, erklärte der Forscher. Sie erfolge über Stil, Bildsprache und Schriftmerkmale.
Die neu entdeckte Szene verweise zudem auf den Gott Min, der als religiöse Autorität der frühen Expeditionen galt. Morenz plant nun weitere Untersuchungen in dem Gebiet, um nach zusätzlichen Zeugnissen aus dieser Zeit zu suchen. (dts Nachrichtenagentur)