Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums für die Geheimdienste, Marc Henrichmann (CDU), warnt angesichts einer schwerwiegenden Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP vor einer neuen Dimension der Cyberbedrohung. „Wir erleben einen Wendepunkt“, sagte Henrichmann dem „Handelsblatt“. Künstliche Intelligenz (KI) mache aus Schwachstellen, die bisher als kaum ausnutzbar gegolten hätten, in kurzer Zeit „echte Einfallstore“.
„Das ist eine der ernstesten Sicherheitslücken der vergangenen Jahre“, sagte der CDU-Politiker. Die Schwachstelle betreffe einen Großteil der Websites weltweit und sei damit „ein Problem für die gesamte digitale Infrastruktur“. Der Fall zeige auch, wie verwundbar staatliche Einrichtungen seien, wenn zentrale Software über Jahre unentdeckte Fehler enthalte. Solche Sicherheitslücken würden gezielt von Kriminellen und staatlichen Akteuren ausgenutzt.
Henrichmann begrüßte vor diesem Hintergrund die geplante Stärkung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Haushaltsentwurf für 2027. „Unsere Sicherheitsbehörden brauchen die Werkzeuge, die Fachleute und die rechtlichen Befugnisse, um in diesem Wettlauf vorn zu bleiben“, sagte er. Zugleich nahm der CDU-Politiker Unternehmen und andere Betreiber digitaler Infrastruktur in die Pflicht. „Aber auch jeder zivile Akteur muss endlich begreifen, wie real und folgenschwer Sicherheitslücken im Netz sind.“
Hintergrund ist eine als hochkritisch eingestufte Schwachstelle in der weitverbreiteten Programmiersprache PHP. Angreifer könnten darüber die Kontrolle über Webseiten übernehmen oder sensible Daten abgreifen. Mehrere Behörden und öffentliche Einrichtungen haben ihre Internetseiten vorsorglich abgeschaltet. Ein inzwischen bereitgestelltes Sicherheitsupdate soll die Schwachstelle schließen.<p>dts Nachrichtenagentur
Foto: Netzwerk-Patchpanel (Archiv), via dts Nachrichtenagentur