Home Köln NewsDevon Larratt gewinnt bei East vs West Cologne – Leonidas Arkona schlägt Brian Shaw
Devon Larratt beim Main Event gegen Vitaly Laletin bei East vs West 23 in Wuppertal während des entscheidenden Armwrestling-Moments.

Devon Larratt gewinnt bei East vs West Cologne – Leonidas Arkona schlägt Brian Shaw

Armwrestling-Show in Wuppertal sorgt für Ekstase, Eberhard-Rufe und erste Levan-Spekulationen Richtung Las Vegas

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Wuppertal/Köln. Dieses Wochenende hat gezeigt, wie groß Armwrestling inzwischen auch in Deutschland inszeniert werden kann. Nach der Pressekonferenz am Freitag bei der FIBO in Köln und dem tagsüber laufenden Battle of Arms auf dem Kölner Messegelände wurde East vs West 23 am Samstagabend in der Unihalle Wuppertal zum eigentlichen Höhepunkt. Das Event war ausverkauft; auf den offiziellen Ticketseiten standen sowohl die regulären Tickets als auch die VIP-Pakete am Ende auf „Sold out“. EVW hatte die Deutschland-Show im Vorfeld zudem als Event angekündigt, das das größte in der Geschichte der Organisation werden solle.

Dass in Teilen der Kommunikation auch von „East vs West Cologne“ die Rede war, passt zur besonderen Konstellation dieses Wochenendes: Köln war mit FIBO, Pressekonferenz und Battle of Arms das Schaufenster nach außen, der eigentliche Main Event aber lief in Wuppertal. Genau diese Mischung aus Messe, Social-Media-Hype und internationaler Fightcard verlieh dem Wochenende seinen besonderen Charakter.

Schon kurz nach dem Event war auf den offiziellen Kanälen klar, wie der Abend intern bewertet wurde. EVW schrieb von „What a crowd“ und einer Arena „on fire“. Offiziell endete der Abend unter anderem mit Leonidas Arkona 3:2 gegen Brian Shaw und Devon Larratt 4:0 gegen Vitaly Laletin. EVW lobte Shaw nach seiner Niederlage außerdem ausdrücklich für seinen respektvollen Umgang mit dem Resultat und schrieb, er habe „absolute class“ gezeigt.

Vor Ort blieben vor allem zwei Kämpfe hängen. Beim Duell Leonidas Arkona gegen Brian Shaw war die Halle regelrecht geladen. Shaw wirkte am Tisch wie eine Maschine, drehte sich immer wieder in seine Position und setzte seinen markanten Bewegungsablauf durch – genau dieser „Brian Move“ blieb im Kopf. Arkona dagegen wirkte wie in Bestform, extrem vorbereitet und voller Selbstvertrauen. Dass er sich am Ende tatsächlich durchsetzte, verlieh diesem Auftritt zusätzliche Wucht.

Sportlich war das ein echtes Ausrufezeichen. Leonidas Arkona gewann offiziell mit 3:2 gegen den vierfachen World’s Strongest Man Brian Shaw. Gerade weil Shaw als Ausnahmeerscheinung aus dem Strongman-Sport antrat und sich auch am Armwrestling-Tisch als enorme physische Präsenz präsentierte, bekam dieser Sieg von Arkona noch mehr Gewicht.

Im Main Event zog dann Devon Larratt die gesamte Halle an sich. Schon sein Auftritt hatte maximalen Showwert: die Frisur, der Blick, die ganze Inszenierung. Nach Eindrücken aus der Halle hatte er seinen Look bewusst an Krusty den Clown aus den Simpsons angelehnt – ein überzeichneter, fast schon filmreifer Auftritt, der perfekt zu diesem Abend passte. Als dann erstmals spürbar wurde, dass Larratt den Kampf wirklich auf seine Seite ziehen könnte, kippte die Stimmung endgültig in pure Ekstase.

Offiziell wird der Hauptkampf als 4:0-Sieg für Devon Larratt gegen Vitaly Laletin geführt. Nach dem Match sagte Larratt in einem viel beachteten Interview außerdem: „I’m chasing Levan Saginashvili.“ Damit war sofort das nächste große Thema der Szene gesetzt.

Emotional wurde es zusätzlich durch das, was Devon nach dem Kampf erzählte. Er sagte, dass seine Mutter ihn in all den Jahren im Armwrestling nie um etwas gebeten habe – doch an diesem Tag habe sie ihm gesagt, dass er gewinnen müsse. Dieser Satz gab dem Main Event noch einmal eine ganz eigene Tiefe. Noch persönlicher wurde der Abend, als es nach dem Kampf diesen echten „Over the Top“-Moment mit seiner Frau und seinem Sohn gab – keine nüchterne Siegerpose, sondern eine Szene voller Erleichterung, Emotion und Nähe.

Einen der stärksten Hallenmomente lieferte auch die Crowd selbst. Immer wieder schallte „Eberhard! Eberhard!“ durch die Arena. Das war kein Gag, sondern bezog sich auf eine echte Information, die viele Fans kannten: Eberhard ist Devons zweiter Vorname, also Devon Eberhard Larratt. Solche Momente gaben dem Abend eine besondere Nähe und machten deutlich, wie intensiv das Publikum selbst kleinste Details rund um die Athleten verfolgt.

Und auch der Blick nach vorn wurde bereits geöffnet. Rund um das Event wurde der Name Levan Saginashvili immer wieder mitgedacht. Nach dem, was im Umfeld des Abends transportiert wurde, klang das aber weniger wie eine feste Ankündigung als wie eine Voraussetzung für ein noch größeres nächstes Kapitel: wenn Devon und Levan noch einmal aufeinandertreffen sollten, dann eher auf einer Bühne wie Las Vegas. Als offiziell bestätigtes Match sollte man das aktuell noch nicht lesen – als heißes Thema der Szene aber ganz sicher.

Auch jenseits der beiden größten Kämpfe war die Card stark besetzt. Die offiziellen Ergebnisse von East vs West 23 lauten: Duvan Bornman 3:1 André Nykonenko, Aleksi Zavrashvili 3:0 Artem „Samson“ Oriabinskyi, Zurab Tavberidze 3:2 Maayan Shterengas, Riekerd Bornman 3:0 Lars Rørbakken, Egle Vaitkute 3:0 Azra Sari, Betkili Oniani 3:1 Rustam Babaiev, Aymeric Pradines 3:0 Matt Mask, Ayane Takenaka 4:0 Melek Sahin, Alizhan Muratov 3:0 Artyom Morozov, Artur Makarov 4:0 Mindaugas Tarasaitis, Oleksandr „Manifestor“ Telyatnik 4:0 Davit Samushia, Ivan Matyushenko 4:1 Dave Chaffee, Leonidas Arkona 3:2 Brian Shaw und Devon Larratt 4:0 Vitaly Laletin.

Für NRW war dieses Wochenende damit ein Statement. Tagsüber lief Armwrestling mit Battle of Arms sichtbar auf der FIBO in Köln, abends folgte mit EVW 23 in Wuppertal die große internationale Show. Das Event war ausverkauft, die Resonanz auf den offiziellen Kanälen fiel euphorisch aus, und sportlich wie atmosphärisch lieferte der Abend genau die Mischung aus Drama, Stars und Show, die ein Sport braucht, um weiter zu wachsen.

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