Der Deutsche Fußball-Bund zieht nach der Kritik an Fifa-Chef Gianni Infantino Konsequenzen: DFB-Chef Bernd Neuendorf will im März nicht für Infantino stimmen.
Das erklärt er dem „Tagesspiegel“ vor dem Uefa-Kongress in Berlin in dieser Woche. Gianni Infantino sei als Fifa-Chef „nicht mehr tragbar“, sagte Neuendorf. Er habe dem Fußball sehr geschadet. Im DFB sei man sich einig: Infantino habe jegliches Vertrauen verspielt. Neuendorf fordert im „Tagesspiegel“ die Rote Karte für den Fifa-Chef: „Wir müssen ihn vom Platz stellen.“
Dabei bezieht Neuendorf sich auf den Fall Balogun. „Für mich war danach klar: Das ist vollkommen inakzeptabel. Spätestens nach diesem Vorgang musste man sich von der Person und von dem distanzieren, was ich das ,System Infantino` nenne.“ Die Fifa hatte die Rote-Karte-Sperre gegen US-Spieler Folarin Balogun zurückgezogen, nachdem US-Präsident Donald Trump bei Infantino angerufen hatte.
Außerdem kritisiert Neuendorf den geplanten Investorendeal und bezeichnet ihn als „Unding“: „Eine Fußball-WM verkauft man nicht an Investoren. Wir hätten uns zum Spielball von externen Interessen gemacht, mit allen Konsequenzen.“
Neuendorf plädiert gegenüber dem „Tagesspiegel“ dafür, bis zum 18. November einen Gegenkandidaten für die Fifa-Wahl im März aufzustellen, denn: „Infantino ist seit zehn Jahren im Amt und hat eine Kultur in der Fifa etabliert, die eines grundlegenden Wandels bedarf. Wir können aber nicht den Bock zum Gärtner machen. Es kann nicht sein, dass derjenige, der die heutigen Zustände zu verantworten hat, den dringend nötigen Reformprozess steuert.“ Dieser Gegenkandidat müsse nicht unbedingt ein europäischer sein, sondern könne auch von einer anderen Konföderation kommen.<p>dts Nachrichtenagentur
Foto: Fifa-Logo bei der Fußball-WM 2026 (Archiv), Pressefoto Ulmer/Markus Ulmer via dts Nachrichtenagentur