Etwa die Hälfte der Auszubildenden (50,6 Prozent), die für den neuen „Ausbildungsreport“ der DGB-Jungend befragt wurden, fühlt sich psychisch belastet. Dies sei auf „eine Vielzahl belastender Faktoren in Beruf und Privatleben, sowie die anhaltenden den und vielfältigen gesellschaftlichen und globalen Krisen“ zurückzuführen, teilte der Deutsche Gewerkschaftsbund am Donnerstag mit.
20,9 Prozent der Befragten beklagen Leistungs- und Zeitdruck, etwas mehr als vor zehn Jahren (19,3 Prozent).
Weitere Belastungen entstehen aktuell für die Auszubildenden durch Personalmangel (19,6 Prozent) und Verantwortungsdruck (19,2 Prozent). Während 2016 noch 19,1 Prozent lange Fahrzeiten kritisieren, sind es nun noch 16,5 Prozent. Auch die Belastungen durch lange Arbeitszeiten und Schichtdienst (2016: 14,6 Prozent; 2026: 13,1 Prozent), ständige Erreichbarkeit (2016: 14,2 Prozent; 2026: 11,4 Prozent) und mangelnde Arbeitsschutzmaßnahmen oder fehlende Arbeitsmittel (2016: 9,1 Prozent; 2026: 6,2 Prozent) sind zurückgegangen. Derzeit geben 5,2 Prozent der befragen Azubis an, unter Diskriminierungserfahrungen oder Mobbing zu leiden.
Etwa die Hälfte der Auszubildenden (49,4 Prozent) fühlen sich am Ende eines Arbeitstages erschöpft.
43,9 Prozent kommen auch zur Ausbildung, wenn sie sich krank oder unwohl fühlen.
Durch die finanzielle Situation fühlen sich 49,9 Prozent, und durch eine schwierige Wohnsituation 35 Prozent belastet. Auch Nebenjobs, die Pflege von Angehörigen und Kindererziehung wurden als Belastungsfaktoren abgefragt. Sie belasten jeweils knapp jeden zehnten Auszubildenden.
„Gerade angesichts steigender Mieten und Lebenshaltungskosten ist die Bundesregierung gefordert, für eine höhere gesetzliche Mindestausbildungsvergütung zu sorgen. Finanzielle Hürden dürfen nicht darüber entscheiden, ob junge Menschen ihren Wunschberuf erlernen können“, sagte DGB-Bundesjugendsekretärin Nina Krüger.
„Gute fachliche Anleitung, planbare Arbeitszeiten, ausreichend Zeit für Erholung und Aufgaben, die dem Ausbildungsziel dienen, können Belastungen reduzieren.“ Besonders deutlich werde das bei der Betreuung: Sind Ausbilder immer verfügbar, fühlen sich nur 8,5 Prozent der Auszubildenden hoch belastet. Sind sie selten oder nie erreichbar, sind es 36 Prozent. (dts Nachrichtenagentur)
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