Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben im Detail simuliert, wie mit mRNA beladene Fetttröpfchen ihren Inhalt in Zellen freisetzen. Diese als Lipid-Nanopartikel bekannten Tröpfchen werden für viele moderne Impfstoffe genutzt, teilte die Universität mit.
Auslöser für die Freisetzung ist demnach der saure pH-Wert in bestimmten Zellbereichen, den Endosomen.
Mithilfe von Supercomputer-Simulationen konnten die Wissenschaftler einen Film erstellen, der zeigt, wie sich die Hülle der Nanopartikel im sauren Milieu umstrukturiert. Ein zentraler Mechanismus ist die Ladungsänderung bestimmter Fettmoleküle, sogenannter Aminolipide, die bei einem spezifischen pH-Wert positiv geladen werden und so die Partikel destabilisieren. Die Simulationen ergaben, dass dieser Umschaltpunkt stark von der molekularen Umgebung abhängt und sich so an die Bedingungen in der Zelle anpasst.
Die Ergebnisse, die im Fachjournal ‚Small‘ veröffentlicht wurden, sind laut den Forschern wichtig für die Weiterentwicklung von mRNA-Impfstoffen, etwa gegen Krebs. Das Verständnis des Freisetzungsmechanismus ermögliche es, die Zusammensetzung der Lipid-Nanopartikel gezielt zu optimieren, um eine effizientere Wirkstoffabgabe in die Zellen zu erreichen. (dts Nachrichtenagentur)
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