Förderprogramme für die Energiewende verschärfen weltweit oft soziale Ungleichheiten, da vor allem einkommensstarke Haushalte profitieren. Das ergab eine Studie der Universität Freiburg.
Ein internationales Forschungsteam um Hannah Hoehnke und Moritz Wussow vom Climate Action Research Lab der Hochschule hat in einer Übersichtsarbeit die strukturellen Barrieren für benachteiligte Haushalte analysiert.
Die Studie identifiziert Hindernisse auf drei Ebenen: Individuell fehle es oft an Wissen über Fördermöglichkeiten oder am Zugang zu Krediten. Auf kommunaler Ebene erschwerten eine unzureichende Infrastruktur und die Verbreitung von Falschinformationen die Teilhabe. Auf institutioneller Ebene wirkten sich übermäßige Bürokratie und historisch gewachsene Ungleichheiten aus. „Viele gut gemeinte Förderprogramme verschärfen bestehende Ungleichheiten, anstatt sie zu verringern“, sagte Hoehnke.
Die Forscher leiten vier Prinzipien für eine gerechtere Politik ab: Förderungen müssen gezielt auf Hindernisse benachteiligter Gruppen zugeschnitten sein, einkommensschwache Haushalte durch Soforthilfen entlasten, bürokratische Hürden reduzieren und stärker auf lokale Bedürfnisse eingehen.
Zudem fordern sie, den Erfolg von Programmen nicht nur an Installationszahlen, sondern auch an Gerechtigkeitskriterien zu messen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Nature Reviews Clean Technology“ erschienen. (dts Nachrichtenagentur)
Foto: Solarzellen auf Hausdach (Archiv), über dts Nachrichtenagentur