Kulturministerin Ina Brandes hat am internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus einen neuen Erinnerungs- und Lernort auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen eröffnet. Das Projekt HOLO-VOICES ermöglicht es, fotorealistische Hologramme von Holocaust-Überlebenden zu befragen.
Die Technische Universität Dortmund und das nordrhein-westfälische Kulturministerium haben die Zeitzeugen-Interviews digitalisiert und mit Hilfe Künstlicher Intelligenz aufbereitet.
Ministerpräsident Hendrik Wüst betonte, mit dem Projekt würden den Überlebenden auch für die Zukunft eine Stimme gegeben. Die KI ermittle aus vorab aufgezeichneten Antworten die passendste Original-Antwort, ohne diese zu verändern oder neu zusammenzusetzen. Eine der porträtierten Zeitzeuginnen ist die 90-jährige Eva Weyl, die im Lager Westerbork inhaftiert war und 1945 befreit wurde.
Das Projekt kostet rund 3,2 Millionen Euro und wird zu etwa 35 Prozent von Stiftungen wie der RAG-Stiftung, der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und der Brost-Stiftung finanziert. Neben den Hologrammen umfasst der Lernort auch Ausstellungen zum Exil und zur Zwangsarbeit im Steinkohlenbergbau.
Die Idee entstand nach einem Besuch von Ministerin Brandes im Illinois Holocaust Museum in Chicago. (dts Nachrichtenagentur)