Ein Bezirksgericht in Jerusalem hat dem israelischen Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir vorerst untersagt, Krokodile zur Bewachung von Terroristen in Haftanstalten einzusetzen. Die Entscheidung fiel am Sonntag.
Hintergrund ist die Klage einer Tierschutzorganisation, die sich gegen das Vorhaben gewandt hatte.
Sie forderte eine Neubewertung der Krokodile als „geschützte Art“. Die Organisation argumentierte, dass Umweltministerin Idit Silman die fachlichen Meinungen von Rechtsberatern und der Natur- und Parkbehörde ignoriert habe und die Regierung keine Befugnis habe, den Plan voranzutreiben. Das Gericht gab der Petition mit einer einstweiligen Verfügung statt.
Ben-Gvir kritisierte die Entscheidung scharf. Er warf der Justiz vor, sich in Kriegszeiten auf die Seite der Terroristen zu stellen und wichtige Maßnahmen zur Abschreckung zu blockieren.
Die Terroristen hätten Angst vor den Krokodilen, doch nun habe das Gericht ihnen geholfen, so der Minister.
Bereits im Vormonat hatte Umweltministerin Idit Silman das Nilkrokodil als „kultiviertes Wildtier“ eingestuft. Damit sollte der israelische Gefängnisdienst die Möglichkeit erhalten, die Tiere rund um Gefängnisse einzusetzen. Der Plan von Ben Gvir ist von einer ähnlichen Einrichtung in Florida inspiriert. Das Ministerium hat dafür ein Budget von 21 Millionen Schekel (rund 6 Millionen Euro) bereitgestellt. (dts Nachrichtenagentur)
Foto: Krokodil (Archiv), über dts Nachrichtenagentur