Forscher der Universität zu Köln haben das Geheimnis eines außergewöhnlichen Himmelsobjekts gelüftet. Das teilte die Universität am Montag mit.
Ein internationales Team unter Kölner Leitung hat im Sternentstehungsgebiet Cygnus X die Entstehung des sogenannten „Diamond Ring“ erklärt, einer ringförmigen Struktur aus Gas und Staub, die an einen glühenden Diamantring erinnert.
Die Ergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.
Bei dem 20 Lichtjahre großen Ring handelt es sich um das Relikt einer früheren kosmischen Blase, die einst von der Strahlung und den Winden eines massereichen Sterns erzeugt wurde. „Wir beobachten hier zum ersten Mal das Endstadium einer solchen Gasblase in einer besonders flachen Wolkenstruktur“, erklärt Studienleiter Simon Dannhauer. Die Blase sei „geplatzt“, weil Gase in dünnere Bereiche der Umgebung entweichen konnten, sodass nur die flache Ringform übrig blieb.
Die Entdeckung liefert wichtige Erkenntnisse darüber, wie die Strahlung und Winde junger Sterne ihre Umgebung formen und damit die Geburt neuer Sterne beeinflussen. Allerdings enttäuscht die Studie Romantiker: Was von der Erde wie ein Diamantring aussieht, besteht in Wirklichkeit aus zwei einzelnen Objekten. Der „Diamant“, ein Haufen junger Sterne, liegt einige hundert Lichtjahre vor dem Ring und gehört nicht wirklich dazu. (dts Nachrichtenagentur)