Die nordrhein-westfälische Landesregierung will die europäische Zusammenarbeit im Kampf gegen Einsamkeit verstärken.
Wie die Staatskanzlei mitteilte, findet dazu am Mittwoch das 2. Einsamkeitsforum in Brüssel statt, bei dem Ministerpräsident Hendrik Wüst die nordrhein-westfälische Expertise einbringen will. Wüst sagte, Einsamkeit sei die neue soziale Frage unserer Zeit und betreffe besonders junge Menschen in ganz Europa.
Im Mittelpunkt des Forums steht das europäische Forschungsprojekt LONELY-EU unter Leitung der Bochumer Psychologin Maike Luhmann.
An einer Podiumsdiskussion nehmen neben Luhmann auch die Europaabgeordnete Evelyn Regner, Alastair Hannaford vom WHO-Jugendrat und Tim Kramer vom Verein Vereint Bochum teil. Luhmann erklärte, man wolle ein EU-weites Netzwerk aufbauen, da Maßnahmen gegen Einsamkeit bisher zu häufig innerhalb nationaler Grenzen blieben.
Studien zufolge fühlen sich 13 Prozent der EU-Bevölkerung überwiegend einsam, 35 Prozent zumindest gelegentlich. Die höchsten Werte verzeichnet Irland mit über 20 Prozent, die niedrigsten die Niederlande, Tschechien, Kroatien und Österreich. Die Landesregierung hat bislang mehrere Maßnahmen gegen Einsamkeit ergriffen, darunter einen Aktionsplan mit 100 konkreten Projekten und eine Online-Plattform. (dts Nachrichtenagentur)