Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister am Donnerstag in Brüssel harsche Kritik von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth an den Alliierten zurückgewiesen.
Pistorius antwortete als erster Redner in der geschlossenen Sitzung des Nordatlantikrats auf das zuvor öffentlich übertragene Eingangsstatement von Hegseth, berichtet der „Spiegel“. Der Verteidigungsminister erklärte demnach, die Nato müsse europäischer werden, um transatlantisch bleiben zu können.
Er wolle aber festhalten, dass die Alliierten in Europa willens und fähig seien, mehr Verantwortung zu übernehmen. Der Minister mahnte, die Bündnispartner müssten bei der Umverteilung der Lasten schnell und verantwortungsvoll vorgehen.
Pistorius kritisierte Hegseth aber auch mit deutlichen Worten. Die Nato-Staaten müssten zusammenstehen, sagte er. Es sollte unter Alliierten kein öffentliches Naming and Shaming geben.
Die Alliierten dürften ihre Differenzen nicht vor dem Gegner zur Schau stellen.
Hegseth hatte zuvor eine Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa angekündigt und dies unter anderem damit begründet, dass Alliierte im Zuge des Krieges gegen Iran den USA die Nutzung von Militärstützpunkten und Häfen verwehrt habe, ebenso wie Überflugrechte. Das Verhalten mancher Alliierter nannte er „beschämend“. Zudem monierte er, dass noch nicht alle Nato-Partner die auf dem Gipfeltreffen in Den Haag vor einem Jahr vereinbarten Ziele für die Höhe der Verteidigungsausgaben erreicht hätten. (dts Nachrichtenagentur)
Foto: Boris Pistorius (Archiv), über dts Nachrichtenagentur