Frauen haben sich in einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa besorgter über aktuelle Entwicklungen und Themen gezeigt als Männer. Das geht aus dem „Sorgenbarometer“ der Sender RTL und ntv hervor, für das am 22. und 23. Oktober 1.009 Bundesbürger anhand einer Liste von 16 Themen und Entwicklungen in unserer Gesellschaft gebeten wurden, anzugeben, ob ihnen diese Aspekte beziehungsweise Entwicklungen sehr große, große, weniger große oder keine Sorgen bereiten.
Besonders deutlich ist der Unterschied zwischen der Einschätzung von Frauen und Männern bei der Befürchtung, dass Deutschland in einen Krieg hineingezogen werde. Darüber machen sich 68 Prozent der Frauen Sorgen, unter den Männern sind es 47 Prozent. Auch eine Zunahme des Rechtsextremismus beunruhigt Frauen mit 77 Prozent häufiger als Männer mit 64 Prozent. Über immer teureres Wohnen sorgen sich 79 Prozent der Frauen und 69 Prozent der Männer. Bei steigenden Preisen sind es 88 beziehungsweise 79 Prozent.
Nur eine Zunahme des Linksextremismus und Folgen von Zuwanderung bereiten Männern häufiger große oder sehr große Sorgen. Beim Linksextremismus stehen 63 Prozent der Männer 57 Prozent der Frauen gegenüber, bei der Zuwanderung sind es 58 gegenüber 54 Prozent.
Die 18- bis 29-Jährigen machen sich in vielen Bereichen große oder sehr große Sorgen. Am häufigsten beunruhigt sie, dass die Bundesregierung mit den Problemen im Land überfordert sei (90 Prozent). Es folgen steigende Preise mit 88 Prozent. Um die Sicherheit der Renten und eine Zunahme des Rechtsextremismus sorgen sich jeweils 83 Prozent. Die Folgen des Klimawandels bereiten 77 Prozent große oder sehr große Sorgen und damit deutlich mehr als im Bevölkerungsdurchschnitt von 64 Prozent.
Ein unzureichendes Schul- und Bildungssystem beunruhigt 75 Prozent der unter 30-Jährigen. Obwohl sich damit drei Viertel große oder sehr große Sorgen machen, steht das Thema innerhalb dieser Altersgruppe erst an achter Stelle der 16 abgefragten Bereiche. Häufiger sorgen sich junge Erwachsene neben Regierung, Preisen, Renten, Rechtsextremismus und Klimawandel auch um steigende Wohnkosten (79 Prozent) und soziale Ungleichheit (76 Prozent).
Andere Themen beschäftigen ältere Menschen deutlich häufiger als jüngere. Das Ausmaß von Kriminalität bereitet 81 Prozent der Befragten ab 60 Jahren große oder sehr große Sorgen, unter den 18- bis 29-Jährigen sind es 50 Prozent. Eine Zunahme von Linksextremismus beunruhigt 74 Prozent der Älteren gegenüber 38 Prozent der jungen Erwachsenen. Dass Deutschland in einen Krieg hineingezogen werde, befürchten 68 Prozent der Befragten ab 60 Jahren und 46 Prozent der unter 30-Jährigen.
Steigende Wohnkosten bereiten besonders den Bewohnern der größten Städte Sorgen. In Städten mit mindestens 500.000 Einwohnern machen sich 84 Prozent darüber große oder sehr große Sorgen. In den kleineren Ortsgrößenklassen liegen die Anteile zwischen 70 und 74 Prozent. Eine Zunahme des Linksextremismus beunruhigt Großstadtbewohner dagegen seltener. In Städten ab 100.000 Einwohnern äußern 47 bis 48 Prozent große oder sehr große Sorgen. In kleineren Städten und Gemeinden sind es zwischen 64 und 67 Prozent.<p>dts Nachrichtenagentur
Foto: Menschen (Archiv), via dts Nachrichtenagentur