Der Bonner Physiker Daqing Wang hat vom Europäischen Forschungsrat (ERC) 150.000 Euro für die Weiterentwicklung einer neuartigen Kühltechnik für Mikroskope erhalten. Mit dem sogenannten Proof of Concept Grant will er in den kommenden zwölf Monaten einen Prototypen marktreif machen, teilte die Universität Bonn mit.
Das von seinem Team entwickelte ‚MinCryo‘-Modul soll handelsübliche optische Mikroskope um die Fähigkeit zur kryogenen, also ultra-kalten, Bildgebung erweitern.
Herkömmliche Lösungen für Mikroskopie bei Temperaturen bis zu minus 270 Grad Celsius seien oft groß, teuer und verbrauchten viel flüssiges Helium, erklärte Wang. Sein kompaktes Zusatzgerät reduziere diese Komplexität deutlich und arbeite mit einem geschlossenen Heliumkreislauf. Dadurch werde die Hochpräzisions-Mikroskopie für Forschungs- und Entwicklungslabore in Bereichen wie Biologie, Halbleitertechnik oder Quantenphysik kostengünstiger und nachhaltiger zugänglich.
Der experimentelle Physiker, der bereits einen ERC Starting Grant innehat, will mit der Förderung die nächsten Schritte zur Vermarktung vorbereiten. Das Transfer Center der Universität begleitet das Projekt auf diesem Weg. Mögliche Anwendungsfelder für die Technologie sehen die Forscher neben der Grundlagenforschung auch in der medizinischen Bildgebung und der Photonik. (dts Nachrichtenagentur)