Das Oberlandesgericht München hat eine Frau wegen ihrer Beteiligung an gewalttätigen Überfällen auf mutmaßliche Rechtsextremisten in Budapest zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Die Angeklagte Hanna S. erhielt eine Gesamtstrafe von fünf Jahren wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen, wie das Gericht mitteilte.
Nach 33 Verhandlungstagen befand der 8. Strafsenat unter Vorsitz von Philipp Stoll, dass sich die Angeklagte mit anderen bei einem Neonazi-Treffen in Ungarn verabredet hatte, Teilnehmer der Veranstaltung zu attackieren.
Bei fünf Überfällen im Februar 2023 hielt die Frau Opfer am Boden fest, damit andere sie mit Schlagstöcken und Fußtritten verletzen konnten. Die Geschädigten erlitten Platzwunden, Hämatome und Rippenbrüche.
Das Gericht wies den Vorwurf des versuchten Mordes zurück, sah aber eine gefährliche Körperverletzung als gegeben an. Vorsitzender Richter Stoll betonte, es gebe keine ‚gute politische Gewalt‘. Die Angeklagte bleibt in Untersuchungshaft, das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (dts Nachrichtenagentur)