Nach den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz hat der Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) scharfe Kritik an der Parteiführung geübt und sich gegen das Modell einer Doppelspitze ausgesprochen. „Ich bin kein Fan von Doppelspitzen“, sagte Jung dem „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe).
Es vermittle Schwäche, wenn die Führung nicht von einer Person allein getragen werde. Zuletzt stark gewesen sei die SPD unter Altkanzler Gerhard Schröder.
Jung sprach sich dafür aus, Parteichef Lars Klingbeil künftig allein an die Spitze zu stellen. „Klingbeil ist der starke Mann und sollte daher lieber allein die Führung übernehmen“, sagte er. Zugleich forderte Jung eine stärkere Fokussierung der Sozialdemokraten auf wirtschaftspolitische Themen. Hierfür sei Klingbeil aus seiner Sicht der richtige Ansprechpartner.
Mit Blick auf die Wahlniederlage der SPD in Rheinland-Pfalz sieht Jung Defizite vor allem in der Wahrnehmung wirtschaftlicher Kompetenz. SPD-Spitzenkandidat Alexander Schweitzer habe zwar Vertrauen genossen, „trotzdem wurde er nicht gewählt, da der SPD zu wenig Kompetenz attestiert wurde“. In Rheinland-Pfalz habe die Bundespolitik die entscheidenden Prozentpunkte gekostet, so Jung. Ähnliche Effekte seien auch auf kommunaler Ebene spürbar. (dts Nachrichtenagentur)
Foto: Bärbel Bas und Lars Klingbeil (Archiv), über dts Nachrichtenagentur