Bei der dritten gemeinsamen Sicherheitskonferenz im Landkreis Sigmaringen haben Landratsamt und Polizeipräsidium Ravensburg eine positive Entwicklung der Kriminalitätsstatistik festgestellt. Die Zahl der erfassten Straftaten im Landkreis sei rückläufig, teilten die Behörden mit.
Polizeipräsident Uwe Stürmer wies jedoch darauf hin, dass einzelne schwere Straftaten, insbesondere Messerdelikte, das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung beeinträchtigen könnten, obwohl deren Anzahl seit Jahren auf ähnlichem Niveau liege.
Besorgniserregend sei der stetige Anstieg von Betrugsdelikten, oft zum Nachteil älterer Menschen. Dagegen richte sich eine neue Banner-Kampagne der Polizei. Einen signifikanten Anstieg gab es bei Sexualdelikten, vor allem im Bereich Kinder- und Jugendpornografie. Dagegen will der Landkreis Vereine bei der Erstellung von Schutzkonzepten unterstützen. Die Sicherheitslage im Zusammenhang mit Geflüchteten habe sich deutlich verbessert, so der Leiter des Polizeireviers Sigmaringen, Daniel Reiser. Eine Ermittlungsgruppe habe im vergangenen Jahr 28 Haftbefehle erwirkt.
Ein weiteres Thema war die Suche nach vermissten Demenzkranken, die im Winter lebensgefährlich und personalintensiv ist. Polizeipräsident Stürmer regte an, häufiger technische Ortungsgeräte („Tracker“) einzusetzen, die von Pflegeeinrichtungen bislang kaum genutzt würden. Das Landratsamt will nun gezielt auf Einrichtungen zugehen, um die Vorsorge zu verbessern.
Beide Behörden bekräftigten zum Abschluss ihre vertrauensvolle Zusammenarbeit. (dts Nachrichtenagentur)
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